Willkommen auf den Internetseiten von Dramfeld
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Dramfeld und die niedersächsiche Verwaltungs- und Gebietsreform                                                                                   Zusammengestellt von: Dr. Dagmar Kleineke

Vorgeschichte


Die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) läßt von jeher kommunale
Gebietsveränderungen zu, wenn dadurch das "öffentliche Wohl befördert" wird
(§ 17 ff und § 19).


Insofern ist die hier besprochene Gebiets- und Verwaltungsreform kein von "oben
befohlener" Zusammenschluß ehemals selbständiger Dörfer zu einer neuen
größeren Gemeinde gewesen, sondern eine von Politikern gewollte und von
Landesplanern erarbeitete Veränderung der kommunalen Struktur. Ziel dieser
Reform war, "lebensfähige" Gemeinden zu bilden; das heißt Gemeinden, deren
Finanzkraft ausreichend groß ist, um beispielsweise moderne Straßen,
Wasserversorgungs- oder Schulneubauten bezahlen zu können. Dennoch war diese
Reform wie in Niedersachsen auch in den anderen Bundesländern heftig umstritten.
In vielen Fällen nahmen die Landesentwicklungsplaner keine Rücksicht auf das
'regionale Selbstverständnis der Bevölkerung, historisch gewachsene Eigenarten
ländlicher Gebiete wurden "eingeebnet"; ehemals gleichberechtigte Dörfer wurden
von einem größeren abhängig, das bereits eine größere Verwaltung sowie Schulen,
Ärzte und Apotheke vorweisen konnte. Die Ausrichtung auf sogenannte "zentrale
Orte" machte die kleinen Dörfer vielfach zu reinen Schlafstätten, so daß man
schließlich gezwungen war, diesen Wandel durch Entwicklungsprojekte für die
Dörfer, zum Beispiel durch die Dorferneuerungsverfahren, zu korrigieren.

 

Insofern stehen Dramfeld und die anderen neun Dörfer nicht allein mit ihren
Problemen, sondern haben die gleichen Schwierigkeiten wie ein großer Teil der 4072
Gemeinden, die in Niedersachsen zu 425 "kommunalen Einheiten" zusammengefaßt
wurden.

 

Pläne zu einer Gebiets- und Verwaltungsreform gab es seit 1965. Seit 1968 erließ
der Niedersächsische Landtag laufend die "Gesetze zur Verwaltungs- und
Gebietsreform"; eine Sachverständigenkommission für die Gebiets- und
Verwaltungsreform übergab der Landesregierung ihr Schlußgutachten im März 1969
und erst im Juni 1977 wurde das abschließende "8. Gesetz zur Verwaltungs- und
Gebietsreform" erlassen.


Als Kreisdirektor Hartwig in der Gemeinderatssitzung vom 10.9.1969 den Dramfelder
Ratsherren über die Aktivitäten der o.g. Gutachter berichtete, konnte er noch
keinerlei Vorgaben formulieren, "da die Reformvorschläge der Weberkommission
noch umstritten sind". Knapp ein Jahr später war die Entscheidung in Dramfeld
gefallen. Die auf der Sitzung am 21.8.1970 anwesenden Ratsherren des Dramfelder
Gemeinderates beschlossen einstimmig, daß "Dramfeld soweit wie möglich allein
bleiben will. Sollte eine Zusammenlegung notwendig werden, so käme nur ein
Zusammenschluß mit Rosdorf in Frage."


Nach weiteren zwei Jahren kam es schließlich am 15.8.1972 im Gemeinderat zur
letzten eingehenden Beratung sowie zur Annahme und Genehmigung des
erforderlichen Gebietsänderungsvertrages. Die Ratsherren beendeten die Sitzung
mit den Worten: "Wollen nun wünschen und hoffen, daß nach Inkrafttreten dieses
Gebietsänderungsvertrages die Gemeinde weiterhin gut und zu ihrer Zufriedenheit
verwaltet wird."


Das Ergebnis der mehrjährigen Beratungen in und für Dramfeld ist im § 7 des
"Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen" vom 20.11.1972
enthalten: Das Dorf wurde mit den zehn Gemeinden Atzenhausen, Dahlenrode, Klein
Wiershausen, Lemshausen, Mengershausen, Obernjesa, Rosdorf, Settmarshauseri,
Sieboldshausen und Volkerode (Landkreis Göttingen) sowie den zur Gemeinde
Jühnde (Landkreis Münden) gehörenden Gebietsteilen ,Klauenfeld" und "Vorwerk
Örshausen" zur Gemeinde Rosdorf zusammengeschlossen. Der
Zustätidigkeitsbereich des neuen Ortsteils Dramfeld wurde durch die Vorschriften der
NGO und zusätzlich durch eine sogenannte Hauptsatzung geregelt.


Von nun an hatte sich der Ortsrat um alle örtlichen Angelegenheiten zu kümmern,
deren Bedeutüng nicht über die Grenzen des Dorfes hinausreicht, z.B. um die
Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses, des Sportplatzes, der Spielplätze.
Angehört wird der Ortsrat, sobald über Investitionsvorhaben in der Ortschaft oder
über die Bauentwicklung entschieden werden muß; wenn öffentliche Einrichtungen
verändert oder örtliche Straßen ünd Wege ausgebaut oder benannt werden sollen,
wenn geimeindliches Eigentum im Ort verkauft oder verpachtet werden soll oder
Grenzänderungen für den Ort anstehen.


Das Recht des Ortsrates, in örtlichen Angelegenheiten eigene Vorschläge zu
machen und Anregungen zu geben, die dann von der ganzen Gemeinde beraten
werden müssen, bot und bietet bis heute die Chance, etwas mehr für das eigene
Dorf zu tun, erfordert allerdings auch Unternehmungsgeist und Überzeugungskraft.

 

Insgesamt gesehen aber hatte man der politischen Vertretung des Ortes erhebliche
Entscheidungsmöglichkeiten genommen und ihre Zuständigkeiten beschnitten. Dies
wurde von vielen als Abwertung empfunden, die wiederum zweierlei Folgen hatte.
Wie man an der nachlassenden Beteiligung der Zuhörer an den Ortsratssitzungen
ablesen kann, hat das Interesse der Bevölkerung an der Kommunalpolitik ganz
offensichtlich im Laufe der Jahre abgenommen; vielleicht weil. man nicht mehr so
ohne weiteres erkennen konnte, wo die Politik gemacht wird und weil man glaubte,
daß die, die da über Dramfelder Bedürfnisse entschieden, das Dorf gar nicht kennen.
Und Dramfelder Einwohner, die wirkungsvolle Kommunalpolitik betreiben wollten und nicht nur beratend tätig sein wollten, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, denen blieb fortan nichts anderes übrig, als sich in den Gemeinderat wählen zu lassen. Aber selbst die größten Kritiker mußten
zugeben, daß Dramfeld zwar das Recht der Selbstverwaltung verloren, dafür aber
die Möglichkeit geworinen hatte, vom größeren Finanzvolumen der Gemeinde zu
profitieren.


Am 31.12.1972 endete die Selbständigkeit der Gemeinde Dramfeld. "Alle Geschäfte
werden dann in Rosdorf erledigt" heißt es in der Mitteilung an Rat und Gemeinde.
Auf einer ihrer letzten Sitzungen im Dezember 1972 beschloß der Dramfelder
Gemeinderat, einen Dorfgemeinschaftsabend durchzuführen. Manche Politiker
erinnern sich jedoch dran, daß man mehr als einmal gefeiert hat.

 

Dramfeld seit 1973

Im folgenden soll der Frage nachgegangen werden, was die Dramfelder Politiker in
den vergangenen 25 Jahren beschäftigt hat und wie sie ihre Politik betrieben haben.
Die Protokolle der Ortsratssitzungen geben nicht auf jede Frage eine Antwort. Aber
sie enthalten eine Reihe erinnerungswerter Vorgänge, die im Dramfelder Ortsrat
"verhandelt" worden sind. Es finden sich unter anderem Diskussionen über
Hundesteuern und übers Müllabladen, über die Reinigungspflicht der Anlieger der
Hauptstraße und über Begrünungsmaßnahmen. Man beriet ausgiebig über die
Vergabe von Hausnummern an mehrere Häuser auf einem Grundstück und von
Zuschüssen an die Vereine, über die Gestaltung von Seniorennachmittagen und die
Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Um den Lesern eine
kleine Vorstellung davon zu geben, wie langwierig manche Beratungen waren, habe
ich eine Auswahl der im Ortsrat besprochenen Themen getroffen und die
Diskussionen darüber zusammengefaßt.


Die erste Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Dramfeld fand am 24.4.1973 statt.
Mitglieder waren seinerzeit Albert Hofmeister, Karl-Heinz Ludolph, Heinz Ronsöhr,
Hans Schelper, Dieter Winter, von der Gemeinde war Gemeindedirektor Morgenstern
anwesend.


Immer wieder beschäftigte sich der Ortsrat Dramfeld mit den Bereichen der örtlichen
Infrastruktur, d.h. mit der Gas- und Wasserversorgung, dem Straßenbau, mit dem
Bau bzw. der Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses. Eine praktikable und legale
Lösung, stets ausreichend Löschwasser in der Dramme zu haben, wird seit 1973
gesucht.


Gasversorgung
Im selben Jahr, in dem der Gemeindeentwicklungsplan diskutiert wurde (1974),
überlegte ein Ortsratsmitglied, ob man nicht angesichts des baldigen Ausbaus der
Hauptstraße daran denken solle, gleich eirie Hauptgasleitung mit in die Straße zu
verlegen. Im November 1978 unterrichtete ein Firmenmitglied die Dramfelder über
die Kosten eines Anschlusses. Diese Kosten erschienen vielen Dramfeldern
abschreckend; so daß der Ortsbürgermeister im Februar 1980 auf einer
Ortsratssitzung mitteilte, daß die Verhandlungen mit der Firma "Gasversorgung
Südhannover-Nordhessen" negativ verlaufen seien, da sich zu wenige
Anschlußnehmer gemeldet hätten. Anfang 1986 wurde die Ablehnung der Firma SNGas, Dramfeld zu versorgen, noch einmal bestätigt.

 

Ortsdurchfahrt
Die durch den Ort führende Straße beschäftigte die Politiker besonders lange und
besonders oft. Da der Ausbau der Ortsdurchfahrt im Laufe der Jahre viele Gemüter
erregt hat, soll auf dieses Thema ausführlicher eingegangen werden. Zunächst
beschloß der Gemeinderat im Juli 1969, die Straße "Hauptstraße" zu nennen. Im
Dezember 1972 diskutierte man den Vorschlag von Land und Kreis, Bürgersteige
anzulegen. Die Gemeinderäte waren einverstanden und beauftragten die
Kreisbaubehörde, mit den Vorplanungen zu beginnen. Nach der Gebiets- und
Verwaltungsreform war es die Aufgabe der Gemeinde Rosdorf geworden, diese
Baumaßnahme weiter zu betreiben. Bereits auf der Ortsratssitzung im Juni 1973
wurden Finanzierungsmöglichkeiten und Ausbaupläne vorgestellt. Es wird deutlich,
daß man seinerzeit lediglich einen Gehweg, und zwar entlang der Nordseite der
mittlerweile zur Landesstraße L 564 aufgewerteten Hauptstraße wünschte und daher
dem Gemeinderat empfahl, die erforderlichen Mittel in den Haushalt 1974
aufzunehmen. Im November des gleichen Jahres bat man den Gemeinderat,
Haushaltsmittel für Anpflanzungen sowie für die Herstellung der Uferroute in den
Haushalt 1974 einzuplanen, da man erwartete, daß die Regulierung des Bachbettes
mit in die vorgesehenen Straßenbaumaßnahmen einbezogen würde. Im Februar
1974 hieß es bereits, die Bauarbeiten würden vermutlich im Februar 1975 beginnen.


Im Juni 1974 erfuhr man, daß das Straßenbauamt zu der Auffassung gelangt sei,
nicht nur den Gehweg innerhalb Dramfelds sondern die gesamte Ortsdurchfahrt
ausbauen zu müssen. Eine Umgehungsstraße wurde von einem Ortsratsmitglied
kategorisch abgelehnt; und die übrigen Ortsratsmitglieder hatten gegen den Ausbau
der gesamten Ortsdurchfahrt ebenfalls keine Bedenken.


Die Jahre vergingen, im Mai 1977 wurde im Ortsrat die Dringlichkeit des Ausbaues
betont und daran erinnert, daß diese Maßnahme bereits 1972 beantragt worden sei.
Im Januar 1979 war es schließlich soweit , daß den Einwohnern die
Planungsunterlagen vorgestellt werden konnten. Die Frage nach den Kosten, die auf
jeden zukommen sollten, blieb unbeantwortet; immerhin regte ein Ortsratsmitglied
an, zusammen mit den Ausbauplänen auch den Abrechnungsmodus
bekanntzugeben. Längsam wurden die örtlichen Politiker und die Einwohner
ungeduldig. Zweimal erwog man, eine Bürgerinitiative zu gründen, um auf die
Unebenheiten und Gefahren der Dramfelder Ortsdurchfahrt aufmerksam zu machen.
Schließlich lagen im Februar 1980 die Ausbaupläne beim Ortsbürgermeister zur
Einsicht aus, die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren konnten in der
Gemeindeverwaltung in Rosdorf eingesehen werden. Es verging ein weiteres Jahr.

 

Im März 1981 wurden Ortsrat und Öffentlichkeit über die Planungen zum Ausbau der
Ortsdurchfahrt unterrichtet; das Protokoll vermerkt, daß es bis auf wenige
Ausnahmen keine Einwände von Seiten der anwesender Einwohner gegen die
Vorschläge der Straßengestaltung gab. Fragen nach den Kosten wurderi mit der
Antwort beschieden, daß diese erst nach erfolgter Ausschreibung mitgeteilt werden
könnten; auf jeden Fall müsse man angesichts der Preisentwicklung mit
Kostensteigerungen - eventuell auch mit Senkungen - rechnen. Nach weiteren zwei
Jahren (November 1983) erfuhr die Dramfelder Öffentlichkeit; daß 1984 mit dem
Ausbau begonnen werden sollte, die Kosten ca. 1,6 Millionen DM betragen würden,
von denen der Gemeindeanteil ca. 400.000,00 DM betragen würde.


Die Dauer der Bauarbeiten schätzte man auf zwei Jahre. Die Zeit verging, die Preise
stiegen; im Janüär 1985 hatte sich der Gemeindeanteil von bisher 550.000;00 DM
auf 723.000,-00 DM erhöht. Allerdings konnte man die Einwohner beruhigen, da das
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz der Gemeinde einen Landeszuschuß von 75
% der Kosten in Aussicht stellte. Im April 1985 faßte der Ortsrat den - leider nie
konsequent ausgeführten Beschluß -, "den Thieplatz in der historischen Form neu zu
gestalten". Im Mai desselben Jahres begannen die Straßenbauarbeiten im Unterdorf.

 

Wege
Einer der gemeindeeigenen Wege führte "seit alters her" über das Küsel/Wernersche
Grundstück. Im Juli 1978 beantragte der Eigentümer die Verlegung dieses Weges; in
der Sitzung erweiterte er seinen Antrag und schlug der Gemeinde vor, auf diesen
Weg völlig zu verzichten; im Gegenzug wollte er den Anliegern ein Wegerecht
eintragen lassen. Da der Ortsrat seinerzeit den Wert kleiner Seitenstraßen für ein
Straßendorf wie Dramfeld noch nicht erkennen konnte, beschloß er, den
Gemeindeweg ersatzlos aufzuheben.


Die ehemalige Lehmkuhle, auch "Schweineweide" genannt, wurde 1985 im Zuge
einer Flurbereinigungsmaßnahme eingetauscht.


Seitdem man die Annehmlichkeit erkannt hatte, auf den zugeschütteten
Mühlengräben einen ruhigen Spaziergang in Dramfeld machen zu können, bemühte
man sich zehn Jahre lang vergeblich, eine Verbindung von der Mühlenstraße zum
Augerweg und vom Sportplatz nach Mariengarten - in der Form von schmalen
"Trampelpfaden" - herzustellen. Den Protokollen ist zu entnehmen, wie nach einem
einstimmigen Beschluß des Ortsrates von 1988, einen Wanderweg zwischen
Mühlenstraße und Augerweg einzurichten, unklare Eigentumsverhältnisse und eine
restriktive Rechtslage, dazu die unwillige und ungeschickte Verhandlungsführung
von Verwaltung und Politikern eine Verwirklichung des Planes verhinderten. Letztlich
aber machte die Uneinsichtigkeit und der Egoismus der Eigentümer, deren
Grundstück und Ländereien an die Dramme grenzen, alle guten Absichten einzelner
Ortsratsmitglieder zunichte. Einne 1993 von Dramfelder Einwohnern "illegal"
errichtete Brücke über die Dramme wurde von der Gemeindeverwaltung abgerissen.

 

Schulentwicklung
Die Bedeutung der Rosdorfer Schule wurde schon sehr früh deutlich, so daß die
Politiker der kleineren Dörfer stets bestrebt waren, dieses Übergewicht durch einen
zweiten Schulstandort im südlichen Gemeindebereich auszugleichen. So ist wohl
auch die Bedingung zu deuten, "daß die absolute Vormachtstellung der Gemeinde
Rosdorf zugunsten der zehn kleineren Gemeinden gemildert würde", unter der im
Juni 1969 der Gemeinderat den Beitritt zum Schulzweckverband beschloß. In die
gleiche Richtung weisen interfraktionelle Absprachen, eine Sporthalle im Süden der
Gemeinde zu errichten: Da der Ortsrat im November 1974 erfahren hatte, daß die
Schule in Dramfeld, wie im Schulentwicklungsplan vorgesehen, gefördert und
ausgebaut werden sollte, bat er im Zuge der Haushaltsberatungen für 1975 die
Gemeindeverwaltung, eine Halle im Ortsteil Dramfeld zu erstellen und die
erforderlichen Haushaltsmittel bereitzustellen. Die Erörterungen im Dramfelder
Ortsrat erwecken den Eindruck, als ob die Gemeinde die Planungen hinsichtlich der
Schulentwicklung nicht langfristig, sondern je nach Bedarf vorangetrieben hat. Im
März 1975 beriet der Ortsrat über die Einrichtung einer "Ringschule" in Dramfeld,
Obernjesa und Sieboldshausen, die er begrüßte; im November 1976 scheinen die
Befürworter einer Zentralisierung der Schulstandorte im Gemeinderat überzeugt zu
haben; der Ortsrat schloß sich dieser Meinung an und empfahl, das
"Primarstufenzentrum" im Südbereich zu erhalten bzw. auszubauen.

 

Knapp zehn Jahre später wurde eine Erweiterung der "Grundschule Dramfeld"
erforderlich. Im Januar 1985 wurde der Ortsrat über die Planungen informiert, im
Oktober 1985 bereits die Planunterlagen für Um- und Erweiterungsbau der
Grundschule Dramfeld vorgestellt. Die in den Bauzeichnungen erkennbare Planung
einer Turnhalle veranlaßte den Ortsrat, einen möglichst schnellen Bau dieser
Turnhalle zu empfehlen. Der erste Spatenstich für den ersten Erweiterungsbau der
Schule erfolgte 1987; die Planungen für eine zweite Erweiterung begannen 1990, im
selben Jahr wurde die Turnhalle eingeweiht. Der Einzugsbereich der Schule wurde
1993 über die südlichen Dörfer hinaus auf Lemshausen und Mengershausen
ausgedehnt, so daß seit dieser Zeit eine "volle Zweizügigkeit" gewährleistet war.

 

Dorfgemeinschaftshaus
Ein Zuhörer fragte auf der Ortsratssitzung im April 1979, warum man in Dramfeld
nicht ein Dorfgemeinschaftshaus für alle Vereine errichten könne. Er hielt es für
wenig sinnvoll, daß jeder Verein ein eigenes Häus unterhalten müßte. Der Ortsrat
griff den Vorschlag in seiner Sitzung im Februar 1980 auf, der Ortsbürgermeister
wollte sich mit den Vereinsvorständen treffen, um zu hören, welchen Raumbedarf sie
hätten; man schlug außerdem vor, einen Teil der Ortsratsmittel für das zu bauende
Mehrzweckgebäude zurückzuhalten. Zwei Jahre später hatte man eine andere
Lösung gefunden. Zwar beriet man noch im März 1982 über eine Zwischenlösung in
Hofmeisters Schweinestall, doch bereits in der nichtöffentlichen Sitzung im
September des gleichen Jahres wurde empfohlen, das Grundstück Rode für 10
Jahre zu pachten. Im Februar 1983 wurde der Pachtvertrag diskutiert und im Mai
1983 der Öffentlichkeit mitgeteilt, daß die Gemeinde das Grundstück Rode seit
Anfang des Monats gepachtet habe. Der offizielle Name soll "Dorfgemeinschaftshaus
(ehemaliges Gasthaus Rode)" lauten.
Unterkünfte für Asylbewerber und obdachlose Personen
Seit 1989 hat die Gemeinde das ehemalige Gasthaus Dieckmann gemietet, um.dort
Asylbewerber und obdachlose Personen unterzubringen.

 

Bauentwicklung
Nachdem der Bebauungsplan Nr. 3 (das Gebiet "In der Bleiche") noch innerhalb
weniger Jahre auf den Weg gebracht, genehmigt und realisiert wurde (1970-1973 ff),
brauchte der nächste etwas mehr Zeit. Anfang 1974 wurde iri der Gemeinde Rosdorf
ein von der Landesplanung vorgegebener Gemeindeentwicklungsplan diskutiert, der
das Verkehrswesen, die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung, den
Fremdenverkehr und nicht zuletzt die bauliche Entwicklung in der gesamten
Gemeinde umfaßte und als richtungsweisender Rahmenplan dienen sollte. Auf einer
Ortsratssitzung im März 1974 hieß es daher von seiten der Gemeindeverwaltung,
daß mit weiteren Baugebieten - außer den laufenden - zur Zeit nicht zu rechnen sei,
es sei denn, der Ortsteil könne ausreichend großen Eigenbedarf nachweisen. Nach
Beratungen Ende 1976 kam es schließlich Anfang 1979 zu einem Antrag im Ortsrat
und der Empfehlung an die Gemeinde, einen Bebauungsplan für das Gebiet westlich
der Straße Holland aufzustellen.

 

Im November 1983 erhielt der Ortsrat die Mitteilung, daß der Bebauungsplan 013
"Auf dem Anger" - damit war das o.g. Gelände gemeint - vom Gemeinderat
beschlossen worden sei; und im Mai 1984 erfuhr er, daß auch die Bezirksregierung
ihn genehmigt hatte. Anträge im Ortsrat, den Bebauungsplan zu ändern, um die
Straße Holland in ihrer bisherigen Form zu erhalten und eine Anbindung der
Neubausiedlung über die Baumgasse zu erreichen, wurden von der
Gemeindeverwaltung und von einer Ortsratsmehrheit noch 1992 abgelehnt. Die
ersten Baugruben wurden schließlich im Sommer 1994 auf den Grundstücken
entlang der Baumgasse ausgehoben; im Laufe des Jahres 1996 waren fast alle
Grundstücke bebaut.

 

Veränderungen
In den letzten 25 Jahren hat es in Dramfeld einige Veränderungen gegeben, die nicht
unmittelbar etwas mit der Verwaltungs- und Gebietsreform zu tun haben. Dazu
gehört die Aufgabe der beiden Gaststätten (Gasthaus Rode, geschlossen 1980;
Gasthaus Dieckmann, geschlossen 1989) und zweier Heizungsbaufirmen nach 1994,
die Auflösung der Kühlhausgemeinschaft (1985), die Schließung des Ladens 1984,
der Raiffeisenbank und der Poststelle (November 1998). Immerhin gibt es noch zwei
Vollerwerbslandwirte und einen "Biobauern". Im gewerblichen Bereich arbeiten in
Dramfeld ein Fuhrunternehmen, ein Baustoffhandel und ein Getränkemarkt;
außerdem gibt es eine Pension. Die traditionellen Vereine haben sich bis auf den
Tischtennisverein erhalten; hinzugekommen sind die beiden kleinen Gruppen des
"Swiene Klupps" und des "Clübchens". Alle Organisationen bemühen sich redlich -
soweit es in ihreri Kräften steht - das Gemeinschaftsleben zu erhalten, um den Ort
nicht ganz zur reinen Schlafstatt werden zu lassen. Trotz der verhältnismäßig
geringen Bevölkerungszunahme von 523 (1972/1973) auf 540 Einwohner (Mitte
1998) kennt man auch in Drämfeld seit Jahren die Integrationsprobleme mit
"Zugezogenen" aus den Neubausiedlungen.

 

Es bleibt zu wünschen, daß die Ortschaft Dramfeld - ungeachtet aller
Auseinandersetzungen in der Vergangenheit- auch in Zukunft ihren Platz in der
Gemeinde Rosdorf erfüllt.

 

Quelle: Internetseite der Gemeinde Rosdorf
 

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